am 13. juni ist es soweit

stillstand

beat vogel ist angekommen. oder, besser gesagt, aufgeschlagen. er hat den harten boden der tatsachen erreicht.  bis zu diesem tag hatte er jederzeit eine ausrede zur hand. doch diese sind ihm nun ausgegangen. er hat keine möglichkeit mehr, sich etwas vorzumachen.

stillstand. nichts geht mehr.

heute hat er nach wochen endlich seine post geöffnet. es ist ein schock. eine betreibungsandrohung des steueramtes. die arbeitslosenkasse droht ihm mit der einstellung seiner anspruchsberechtigung. seine bank wird sein konto sperren, nachdem es erneut ins minus geraten ist.

aber das sind die eher harmlosen baustellen. von seinen beiden kindern hat er seit inzwischen 6 monaten nichts mehr gehört. das ist nicht korrekt. seit mehr als sechs monaten hat er sich nicht mehr bei ihnen gemeldet.

mit seinen eltern sollte er dringend sprechen. seit wochen fällig. aber er findet den mut dazu nicht. einmal in seinem leben sollte er nein sagen. seine ganze zukunft hängt davon ab. falls es denn sowas für ihn überhaupt noch gibt.

stillstand. und wie weiter?

ähnlich dunkle gedanken wie an diesem tag hatte beat vogel noch nie. er macht sich selber angst. das kennt er nicht von sich. will er wirklich alles beenden, sofort und endgültig? es ist das erste mal, beat vogel erschrickt über sich selber. wie konnte er es so weit kommen lassen? er ist ratlos. vor dieser entscheidung ist er noch nie gestanden.